Kompetenz

Männer sehen sich als Gewinner der Digitalisierung

Die Auswirkungen der Digitalisierung nimmt die Schweizer Bevölkerung in verschiedenen Lebensbereichen sehr unterschiedlich wahr. Dies zeigt eine grossangelegte und repräsentative Umfrage der AXA.

«Dass die Digitalisierung sämtliche Bereich des Lebens durchdringt, ist uns allen klar. Doch wie bewertet dies die Schweizer Bevölkerung? Auf diese wichtige Frage gilt es für uns – als grösste Schweizer Versicherung – die Antworten zu kennen» erklärt Regula Schenkel, Leiterin der Abteilung Public Affairs & Sustainability der AXA. «Denn nur, wenn wir wissen, was unsere Kundinnen und Kunden sowie die Bevölkerung bewegt, können wir auch auf ihre Bedürfnisse zugeschnittene Services und Produkte entwickeln». Auskünfte liefert nun der AXA-Digitalisierungsmonitor, eine grossangelegte und repräsentative Umfrage. Konkret untersucht die Studie die Auswirkungen der Digitalisierung auf die fünf verschiedenen Lebenswelten «Mobilität», «Arbeit», «Gesundheit», «Familie» sowie «Privatsphäre», wobei die Umfrage zeigt: Die Folgen der Digitalisierung werden sehr unterschiedlich wahrgenommen – von sehr positiv bis negativ. Und: Männer und Gutverdienende sehen sich selbst als Gewinner der Digitalisierung.

Mobilität

Als sehr optimistisch schätzt die Schweizer Bevölkerung die Folgen der Digitalisierung im Bereich Mobilität ein: 78 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass in Zukunft die positiven Aspekte bestimmt oder eher überwiegen werden – wobei Männer diesbezüglich insgesamt positiver eingestellt sind als Frauen. Ein klarer Unterschied zwischen den Geschlechtern zeigt sich auch bei der Beurteilung von selbstfahrenden Autos: Männer sehen darin allgemein eine Chance (29 Prozent), Frauen bewerten selbstfahrenden Autos eher als Risiko für die Sicherheit (37 Prozent). Zudem zeigt die Studie, dass die Hälfte der Befragten auch in Zukunft ein eigenes Auto besitzen möchten.

Arbeitsplatz

Eine Verbindung zwischen Einkommen und positiver Wahrnehmung der Digitalisierung zeigt sich auch in Bezug auf den eigenen Arbeitsplatz: Je besser die Befragten verdienen, desto eher bewerten sie die Digitalisierung sowohl als Chance für den Schweizer Arbeitsmarkt als auch für sich persönlich. Dabei sind Männer deutlich positiver eingestellt als Frauen: 45 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass ihre Arbeit in den letzten fünf Jahren durch die Digitalisierung anspruchsvoller und spannender wurde. Frauen bewerteten diesen Aspekt lediglich mit 33 Prozent.
Keinen Geschlechterunterschied gibt es jedoch hinsichtlich der Frage, ob berufliche Emails auch ausserhalb der regulären Arbeitszeiten gelesen werden: 71 Prozent tun dies und lediglich 7 Prozent bewerten die ständige Erreichbarkeit als negativ.

Gesundheit

Der AXA Digitalisierungsmonitor

Die grossangelegte und repräsentative Studie untersucht die Auswirkungen der Digitalisierung auf die fünf verschiedenen Lebensbereiche Mobilität, Arbeit, Gesundheit, Familie und Privatsphäre. Zwischen dem 17. Mai und dem 16. Juni befragte die LeeWas GmbH im Auftrag der AXA insgesamt 2059 Personen. Die gesamte Studie finden Sie hier.

Als sehr vielversprechend (61 Prozent) beurteilen Schweizerinnen und Schweizer die bisherigen Auswirkungen der Digitalisierung in Hinblick auf ihrer Gesundheit. So sind etwa rund zwei Drittel der Befragten der Meinung, dass die Digitalisierung eine Chance für ihre persönliche Gesundheitsversorgung darstellt. Doch allen digitalen Möglichkeiten zum Trotz: Für 46 Prozent der Schweizer Bevölkerung – unabhängig von Alter oder Geschlecht – bleibt der persönliche Gang zum Arzt oder zur Ärztin am wichtigsten. Doch auch im Bereich «Gesundheit» zeigen sich Unterschiede zwischen den Geschlechtern: So sind Frauen etwa gegenüber dem Einsatz von Pflegerobotern deutlich skeptischer (68 Prozent) eingestellt als Männer (49 Prozent).

Familie

Mit 50 Prozent bewertet die Schweizer Bevölkerung die Digitalisierung im Bereich «Familie» zwar noch positiv, aber auf deutlich tieferem Niveau als bei den Themen Mobilität, Arbeitsplatz und Gesundheit. Ein Drittel der Befragten antworteten auf die Frage, ob die Digitalisierung das Zusammenleben in ihrem Haushalt erschwert oder erleichtert, mit «weiss nicht». Dies lässt darauf schliessen, dass der Einfluss der Digitalisierung auf das Familienleben unklarer ist, als in den anderen Lebenswelten. Nicht nur Unklarheit, sondern grosse Unkenntnis besteht etwa auch bezüglich der Frage, auf welchen Kanälen die eigenen Kinder kommunizieren – diese kennen lediglich 16 Prozent. Zudem haben 39 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer innerhalb der Familie Konflikte wegen des Gebrauchs von Mobiltelefonen oder Tablets.

 

Privatsphäre

Klar negativ wird hingegen der Einfluss der Digitalisierung auf die Privatsphäre bewertet: Drei Viertel der Befragten sind der Meinung, dass diese einem massiven Eingriff gleichkommt. Dabei lassen sich keinerlei Unterschiede zwischen Geschlecht, Einkommen, Alter oder Wohnort ausmachen. Gleichwohl ergreift nur eine Minderheit Massnahmen, um die eigene Privatsphäre zu schützen: So ändert lediglich ein Viertel der Befragten regelmässig ihre Passwörter und nur 20 Prozent der Befragten verschlüsseln ihre Emails.

1 Kommentar

  • Ueli Reif

    zum Arbeitsplatz sage ich ganz eindeutig, dass dieser unpersönlicher geworden ist. Man spricht nicht mehr mit seinem Kollegen gegenüber und man wird auf dümmste Art qualifiziert obschon man in einem ganz anderen Gebiet tätig ist (Big Brother is watching you).
    Meine Herzoperation konnte nur durch einen Arzt festgestellt werden und ganz sicher nicht dur die Digitalisierung.
    mit der Digitalisierung ändert sich auch (für mich negativ) die Kommunikation mit den Kindern. Man telefoniert nicht mehr sonder man muss nur noch schreiben, sonst kann man als älterer Vater fast keine Kommunikation mehr erwarten und selber betreiben.

Kommentar hinzufügen

Schreibe einen Kommentar