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Drohnen: so steht’s um ihre Akzeptanz

Eine aktuelle Umfrage der AXA zeigt: 60 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer empfinden Drohnen tendenziell als störend und gefährlich. Deren Akzeptanz hängt jedoch massgeblich vom Verwendungszweck ab.

Man sitzt auf dem Balkon oder in der Badi – und plötzlich schwirrt eine Drohne heran. Für so manchen ein eher unangenehmes Gefühl. Die AXA hat erstmals erhoben, wie die Bevölkerung den boomenden Flugobjekten gegenübersteht. Die repräsentative Umfrage der AXA bei 1000 Schweizerinnen und Schweizern zeigt: 62 Prozent der Befragten stören sich an Drohnen, während 36 Prozent kein Problem damit haben. Ebenso sagten 62 Prozent, dass sie Drohnen tendenziell als etwas Gefährliches einstufen, während 35 Prozent diese nicht gefährlich finden.

Mehrheit lehnt Spielzeug-Drohnen ab

Wie die Umfrage der AXA zeigt, steht die Schweizer Bevölkerung Drohnen nicht grundsätzlich kritisch gegenüber. Die Akzeptanz hängt jedoch massgeblich von deren Nutzungszweck ab. So unterstützen 96 Prozent der Befragten Drohneneinsätze bei Naturkatastrophen. Nur gerade 4 Prozent sind dagegen. Damit sind Hilfseinsätze bei Naturkatastrophen unbestritten. Ebenso befürwortet eine Mehrheit den Einsatz von Drohnen für die Überwachung von Industrieanlagen, in der Landwirtschaft, für die Wartung technischer Anlagen sowie für professionelle Foto- und Videoaufnahmen. Demgegenüber steht eine Mehrheit der Nutzung von Drohnen als Spielzeug oder Freizeitgerät skeptisch gegenüber: Mehr als 70 Prozent der Befragten lehnen dies tendenziell ab – 40 Prozent von ihnen sogar sehr entschieden.

Drohnen – ein neues Risiko in der Stadt

«Heute gibt es bereits mehr als 100’000 Drohnen in der Schweiz, und erste Unfälle mit Sachschaden sind bereits passiert. Wenn eine Drohne unkontrolliert vom Himmel fällt, kann dies auch Menschen zum Verhängnis werden. Um dieses Risiko zu vermindern, brauchen wir klarere Regeln für die Drohnennutzung, besonders in der Stadt, wo viele Menschen unterwegs sind», sagt Bettina Zahnd, Leiterin Unfallforschung und Prävention bei der AXA.

Verursacht eine Drohne einen Unfall, so übernimmt die Haftpflichtversicherung des Drohnenpiloten die Kosten. Allerdings geht dies nur, wenn der Drohnenpilot ausfindig gemacht werden kann. Daher fordern die Unfallforscher der AXA eine Kennzeichnungspflicht für Drohnen ab 250 g, damit allfällige Unfallopfer durch die Versicherung des Unfallverursachers entschädigt werden können. Um Unfälle möglichst ganz zu vermeiden, fordern sie zudem einen obligatorischen Theoriekurs für alle Piloten mit einer Drohne ab 500 g, ab 900 g Drohnengewicht zudem eine praktische Weiterbildung.

Tipps für Drohnenpiloten

  • Besuchen Sie einen Kurs, um das Drohnenfliegen und die theoretischen Grundlagen dazu zu lernen.
  • Beachten Sie die gesetzlichen Bestimmungen, unter anderem:
    • Immer auf direkte Sicht fliegen.
    • Flugverbotszonen und Privatsphäre anderer Personen respektieren.
    • Nicht über Menschenmengen fliegen.
  • Stellen Sie sicher, dass die Akkus geladen sind.
  • Planen Sie Ihren Flug.
  • Achten Sie auf andere Luftraumteilnehmer.
  • Machen Sie sich sichtbar als Drohnenpilot.
  • Achten Sie auf Quellen für Interferenzen wie z.B. Starkstromleitungen.

2 Kommentare

  • Hasen Kurt

    Sehr geehrte Damen und Herren
    Als Versicherer und schlussendlich auch als Geschädigter müssten Sie sich stark einsetzen griffige Gesetze zu entwickeln! Aus meiner Sicht müsste eine Registrierung eingeführt werden (quantifiziert nach zB. Grösse) und eine Identifikation des Besitzers; nicht zuletzt wegen der Haftung!

  • Anna Ehrensperger

    Sehr geehrter Herr Hasen. Besten Dank für Ihre Rückmeldung. Unsere Unfallforscher setzen sich seit Jahren stark für die Verkehrssicherheit und aktuell auch für die Sicherheit rund um Drohnen ein. Sie haben bereits mehrere Forderungen diesbezüglich gestellt. Um Unfälle möglichst zu vermeiden, sollten sämtliche Piloten einer Drohne ab 500 g Gewicht eine obligatorische Theorie-Prüfung absolvieren, für Drohnen ab 900 g zusätzlich eine praktische Weiterbildung. Zudem fordern sie, dass sämtliche Drohnen ab 250 g registriert und gekennzeichnet werden, um im Falle eines Unfalls nachverfolgen zu können, wem die Drohne gehört, so dass die Haftpflichtversicherung der geschädigten Person helfen und die Kosten übernehmen kann.

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