Kompetenz

Flotte jederzeit im Griff

Fahrzeugflotten verursachen oft mehr Umtriebe als erwartet. Ein neues Telematik-System soll helfen, Kosten zu senken und Unfälle zu verhindern.

Seit diesem Frühling bietet die AXA für Firmenkunden das neue Telematik-System «Fleet Box» an, mit dem Flottenmanager den Einsatz ihrer Fahrzeuge planen und steuern können. Dafür wird eine kleine Box in die Fahrzeuge eingebaut, welche Fahrzeugdaten, Position, aber auch Wartungshinweise direkt an den Flottenmanager übermittelt. Dieser kann via Online-Portal jederzeit sehen, wo sich welches Fahrzeug befindet, wie viele Kilometer gefahren worden sind, ob Wartungsarbeiten oder Reparaturen anstehen und wie ökonomisch seine Flotte unterwegs ist. Anhand verschiedener Analysen kann er auch erkennen, in welchen Punkten möglicherweise Optimierungsbedarf besteht. Zur Unterstützung der Rechtssicherheit ist zudem ein Crash Recorder in die Box integriert. Dieser zeichnet bei einem Aufprall die unfallrelevanten Daten auf und ermöglicht so eine objektive Beurteilung des Unfallhergangs.

Grössere Kosteneffizienz
Einer der ersten Firmen, die dieses neue System testet, ist die Firma RohrMax. «Unsere Flotte bildet neben den Personalkosten unseren grössten Kostenfaktor. Es ist deshalb in unserem Interesse, dass wir laufend – im Rahmen der technischen Entwicklungen – die neuen Informationen erheben und auch nutzen. Ausserdem ist jede Nutzungsverlängerung der Fahrzeuge von grossem Wert für uns. Wir hoffen, dass wir unsere Flotte durch diese Aufrüstung nochmals kosteneffizienter machen können», erklärt Eve Schmidt, CEO des Rohrreinigungs-Unternehmens, das 1973 als Kleinstbetrieb begann und heute einer der Marktleader ist und mehr als 200 Mitarbeitende beschäftigt.

Präventiver Charakter
Denn zahlreiche Studien bestätigen, dass der Einsatz eines Telematik-Systems die Wirtschaftlichkeit einer Flotte erhöht. «Firmen können ihre Kosten damit um bis zu 30 Prozent reduzieren», erklärt Andreas Schumacher, Projektleiter Fleet Box und Mitarbeiter Unfallforschung & Prävention bei der AXA Winterthur. Sparpotential ergibt sich einerseits durch die optimierte Einsatzplanung und Auslastung, aber auch, weil sich ein solches System positiv auf die Schadenquote auswirkt. «Ein Telematik-System hat auch einen präventiven Charakter. Denn viele Fahrer sind vorsichtiger unterwegs, wenn sie wissen, dass ein Telematik-Gerät im Fahrzeug montiert ist», so der Präventionsexperte.

Servicepaket Smart Fleet
Das Telematiksystem «Fleet Box», das die AXA in Zusammenarbeit mit Bosch als Kooperationspartner anbietet, richtet sich insbesondere an Firmenkunden mit mehr als 20 Fahrzeugen und ergänzt das bestehende Servicepaket «driving at work», das neu unter dem Namen «Smart Fleet» weitergeführt wird. Neben der Fleet Box umfasst das Servicepaket auch eine Schadenauswertung, Fahrtrainings und weitere Präventionsmassnahmen an, um die Unfallquote zu verringern.
www.axa.ch/smartfleet


Statistiken aus der Unfallforschung zeigen, dass Fahrer einer Unternehmensflotte einem höheren Unfallrisiko ausgesetzt sind als Fahrer im Privatverkehr. In der Haftpflicht kommen auf 1000 private Lenker rund 60 bis 70 Unfälle pro Jahr. Im Vergleich dazu ereignen sich bei 1000 Flottenfahrern jährlich 90 bis 100 Unfälle. «Da sie öfter im Verkehr unterwegs sind, haben sie auch erhöhtes Risiko. Daher bieten wir gezielt für Flotten entsprechende Präventionsprogramme an, um die Sicherheit der Fahrer zu erhöhen», so Schumacher. Jeder Schadenfall, der verhindert werden kann, entlastet zudem das Unternehmensbudget. Denn neben Reparaturkosten fallen oft auch weitere Ausgaben an, wie etwa interne Kosten für die administrative Abwicklung des Schadenfalls, Selbstbehalte, ein allfälliger Fahrzeugausfall, oder wenn eine Person verletzt worden ist, gar ein Personenausfall.

Dies ist für die Firma RohrMax jedoch nicht der entscheidende Vorteil, da die Unfallquote in der Flotte von 180 Fahrzeugen bereits recht gering ist. «Allerdings erhoffen wir uns eine Reduktion der Treibstoffe und ein besseres Verständnis für den Verschleiss der Fahrzeuge», sagt Eve Schmidt. Bei RohrMax und der AXA Winterthur warten die Experten jedenfalls bereits gespannt auf die Auswertung der Daten aus den zunächst zehn Fahrzeugen, die mit dem neuen Telematik-System ausgestattet wurden.

Kommentar hinzufügen

Schreibe einen Kommentar