Kompetenz

Plötzlich stand der Sessellift still

In der Nacht vom 24. August wurde der gesamte Seilbahnbetrieb Atzmännig lahmgelegt. Diesen Moment werden Geschäftsführer Roger Meier und sein Technischer Leiter, Lukas Blöchlinger, so schnell nicht vergessen.

Heftige Gewitter bildeten sich nördlich der Alpen, vor allem die Regionen rund um Zürich und Luzern waren stark betroffen. Gemäss MeteoSchweiz wurden dort innert 24 Stunden rund 10’000 Blitze registriert, das entspricht ungefähr 7 Blitzen pro Minute. Auch im Sport- und Freizeitgebiet Atzmännig wütete das Unwetter. Mitten in der Nacht knallte es dann plötzlich so laut, dass Lukas Blöchlinger aus dem Bett hochschreckte. Als Einheimischer vom Atzmännig war er sofort alarmiert: «Der Knall war so laut, mir war sofort klar, was passiert war», erinnert sich der 29-Jährige.

Atzmänniger Seilbahn ausser Betrieb

Als Blöchlinger am nächsten Morgen seinen Wartungsraum betrat, bestätigten sich seine Befürchtungen: Auf der Anzeigetafel leuchteten beinahe alle Warnlampen rot, ein Zeichen für einen technischen Defekt. Sofort sicherte er das Gelände, überprüfte die Steuerung und den Antrieb, informierte die Steuerungsbauer und tastete sich manuell durch die Seile, um allfällige Defekte zu finden. «Bei einem solchen Unterfangen hat die Sicherheit oberste Priorität», so Blöchlinger.

Lukas Blöchlinger, Technischer Leiter
«Auf der Anzeigetafel leuchteten beinahe alle Warnlampen rot» Lukas Blöchlinger, Technischer Leiter im Sport- und Freizeitgebiet Atzmännig.


Zum Glück war schlechtes Wetter

Dank des Einsatzes des gesamten Teams konnte der technische Defekt schnell behoben werden, so dass die Bahn bereits 1.5 Stunden später wieder in Betrieb genommen werden konnte. Ausser den Reparaturen an der Bahn und dem kurzfristigen Aufgebot zusätzlicher Ressourcen, hatte es dank der schlechten Wetterverhältnisse für den Betrieb keine Konsequenzen. Anders hätte es bei Sonne und wolkenfreiem Himmel ausgesehen, da wäre der Puls des Geschäftsführers Roger Meier ins Unermessliche gestiegen. «Hunderte Wanderfreudige, die vor dem Sessellift warten. Und all die potentiellen Besucher, die ausgefallen wären», malt sich Meier das Szenario aus.

«Es ist ein Wunder, ist die Bahn nicht länger ausgefallen», so Blöchlinger. Der Seilbahnbetrieb hatte Glück im Unglück: Normalerweise schlagen Blitze bei Seilbahnen in den höchsten Punkt, also in die Masten und Seile ein. Deshalb ist dort meistens der Blitzableiter platziert. Im Atzmännig schlug der Blitz aber ins umliegende Feld ein, so dass dessen Spannung sich auf die Talstation übertrug und so einen technischen Defekt auslöste. Hätte der Blitz direkt eingeschlagen, wäre die Bahn wohl tagelang ausgefallen. Meier darf es sich gar nicht vorstellen: «Dann wäre die Schadensumme wohl sechsstellig gewesen.» Aktuell bewege sie sich zum Glück nur im vierstelligen Bereich. Noch sei jedoch unklar, ob die Maschinen und Anlagen für den Winterbetrieb vom Blitzschlag beschädigt wurden, das müsse erst noch getestet werden. Aus diesem Grund ist der Unternehmer dankbar, dass die AXA die Schadenbearbeitung bis Ende Jahr offenlasse, so dass er die umfangreichen Checks in Ruhe durchführen kann. Dank dieser Absicherung und dem Fachwissen von Lukas Blöchlinger könne eigentlich nichts mehr passieren: «Ich fürchte nun kein Donnerwetter mehr!»

Lukas Blöchlinger, Technischer Leiter und Roger Meier, Geschäftsführer
«Es ist ein Wunder, ist die Bahn nicht länger ausgefallen», so Blöchlinger, Technischer Leiter. Hier im Bild mit Geschäftsführer Roger Meier.

Über 3.5 Mio. Schäden im Jahr bei der AXA

Insgesamt verzeichnete die AXA in diesem Jahr von Mai bis August 1’664 Schäden durch Blitzschlag mit einem Schadenvolumen von CHF 3.4 Mio. Alleine der August machte mit CHF 1.1 Mio. rund einen Drittel der Kosten aus. Die Prognose zu den gesamthaften Schäden und deren Kostenvolumen dürfte sich in einem ähnlichen Bereich wie in den vorherigen Jahren bewegen – mit 2’070 Blitzschadenfällen im Jahr 2016 und 2’286 im Jahr 2017. Die AXA übernahm in diesen beiden Vorjahren Blitzschlag-Schäden in der Höhe von über CHF 3.5 Mio.

Infografik Blitze Juni bis August 2018
Quelle: MeteoSchweiz

Blitzschlag: Vorgehen bei technischem Defekt

  • Schaden umgehend an AXA 24-Stunden-Telefon 0800 809 809 oder per Internet melden.
    Dem AXA-Mitarbeitenden mitteilen, dass ein Betriebsunterbruchschaden eintreten könnte. Die Schadenmeldung wird somit prioritär bearbeitet, ein Schadeninspektor wird umgehend Kontakt mit Ihnen aufnehmen und das weitere Vorgehen besprechen.
  • Reparaturarbeiten mit Lieferanten/Servicevertretungen in die Wege leiten. Offerten einholen und mit dem zuständigen AXA-Schadeninspektor absprechen.
  • Wenn ein Betriebsausfall droht, Schadenminderungsmassnahmen (z. Bsp. Provisorien) prüfen. Vor der Auftragsvergabe mit AXA-SI absprechen.
  • Eigenleistungen/Reparaturarbeiten durch eigenes Personal laufend rapportieren und Aufwand auflisten.

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