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Crash Boom Miau

Wo Katzen sich bewegen, gibt es früher oder später Scherben. Bezahlen müssen die Halter aber meistens nicht.

Rund 330 Fälle von Katzenschäden wurden der AXA Winterthur alleine im Jahr 2016 gemeldet. Urin auf dem Parkett, zerkratzte Fensterbretter oder ein Biss in die Hand – die Ursachen sind divers. Denn jeder Katzenbesitzer weiss: Die eigenwilligen Tiere schnurren längst nicht immer. Sie fahren auch mal ihre Krallen aus, springen dorthin, wo sie nicht sollten oder verrichten ihr Geschäft an einem denkbar schlechten Ort. Sind dabei lieb gewonnene Besitztümer der Halter, deren Freunde oder Nachbarn im Weg – dann kümmert sie das wenig.

Halter haftet nicht für Katzenschäden

Beschädigt Ihr Büsi also den Garten des Nachbarn, wird er zu Recht wütend auf Sie sein. Doch können Sie dafür auch haftbar gemacht werden? Christian Imhof, Haftpflichtexperte bei der AXA Winterthur, erklärt: «Grundsätzlich muss der Halter zwar für Schäden aufkommen, welche sein Haustier verursacht hat. Beisst beispielsweise ein Hund jemanden ins Bein, so haftet der Halter für die Arzt- und Heilungskosten.»

Anders sehe es jedoch bei Katzen aus. Denn im Gegensatz zu Hunden lassen sich diese kaum erziehen und überwachen. «Sofern sich Katzenbesitzer keine klare Sorgfaltspflichtverletzung zuschulden kommen lassen, haften sie also nicht für Schäden, welche ihr Tier anrichtet», so Christian Imhof.

Jeden Schaden melden

Keine Haftung – das bedeutet nicht zwingend, dass über die Haftpflichtversicherung keine Deckung gegeben ist. Jeder Schaden sollte zur genaueren Klärung dem Versicherer gemeldet werden, damit dieser die Forderungen prüfen kann. Insbesondere Schäden aufgrund von übermässiger Abnützung einer Mietwohnung werden teilweise über die Haftpflichtversicherung bezahlt. Im Streitfall bietet der Haftpflichtversicherer passiven Rechtsschutz an.

Ihr Nachbar wird Sie für den von Ihrer Katze verwüsteten Garten also wohl nicht haftbar machen können – und Sie müssten für den entstandenen Schaden demnach nicht bezahlen. «Im Sinne eines guten nachbarschaftlichen Verhältnisses ist ein Entgegenkommen Ihrerseits aber je nach Situation natürlich anzuraten», schmunzelt Christian Imhof.

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