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Marderschaden: Ostschweizer Autos trifft es am häufigsten

Im Mai und Juni haben Marder Hochsaison. Besonders hoch ist das Risiko für einen Marderschaden in der Ostschweiz, wie eine aktuelle Auswertung der AXA zeigt. Schweizweit entstehen jedes Jahr Marderschäden von rund 40 Millionen Franken.

Von Mai bis Juni ist das Revierverhalten der Steinmarder besonders ausgeprägt. Sie suchen dann oft in Autos Unterschlupf, markieren ihr Revier – und knabbern auch so einige Kabel an. Der Schadenbetrag ist meist überschaubar – bei der AXA beläuft er sich im Schnitt auf 400 Franken. Ärgerlich ist es natürlich trotzdem, wenn das Auto nicht mehr anspringt oder aufgrund eines zerbissenen Bremsschlauches gar ein Unfall droht.

Grosse kantonale Unterschiede

Allein bei der AXA werden pro Jahr mehr als 17’000 Marderschäden gemeldet. Eine Auswertung über die letzten fünf Jahre zeigt: Die Wahrscheinlichkeit für einen Marderschaden ist in den Kantonen Appenzell Innerrhoden, Thurgau, St. Gallen und Jura besonders hoch, mit einem Risiko von bis zu 40 Prozent über dem Schweizer Durchschnitt. Auf ein Auto bezogen heisst das, dass rund alle 25 bis 35 Jahre mit einem Marderschaden zu rechnen ist.

In Graubünden, Wallis oder Genf hingegen müssen sich Autofahrer hingegen kaum über Marder ärgern: Ihr Risiko für einen Marderschaden ist um 60 bis 80 Prozent geringer als der Schnitt – sie müssen nur alle 200 Jahre mit einem Schaden rechnen. «Steinmarder kommen in der Schweiz nur bis in mittlere Höhenlagen vor. In einem bergigen Kanton leben daher deutlich weniger Tiere als in tieferen Lagen», sagt Fredy Egg, Schadenchef bei der AXA.

Datenquelle und Diagramm: AXA. Die Karte zeigt die Schadenfrequenz (Anzahl gemeldeter Marderschäden / Anzahl versicherte Fahrzeuge im Kanton) für Marderschäden relativ zur Schadenfrequenz in der Schweiz (2013-2017). Lesebeispiel: Im Kanton Wallis ist die Wahrscheinlichkeit für einen Marderschaden am Auto nur 20-40 Prozent so hoch wie im Schweizer Schnitt.

 

Marder mögen Ford, Renault, VW und Skoda

Besonders häufig knabbern Marder übrigens an Autos der Marken Ford, Renault, VW, Seat, Skoda und Alfa. Deutlich seltener machen sie sich bei BMW, Jaguar, Mercedes-Benz, Smart, Suzuki ans Werk. «Für Marken interessieren sich Marder natürlich nicht, vielmehr dürfte die Bauweise eine Rolle spielen», sagt Fredy Egg. «Den besten Schutz vor Marderschäden bietet nach wie vor eine geschlossene Garage», so der Schadenchef der AXA.

Schäden, die ein Marder an einem Auto verursacht hat, sind über die Vollkasko- oder Teilkasko-Versicherung gedeckt. Dazu gehören insbesondere Biss- und Folgeschäden. Die AXA – mit einem Marktanteil von mehr als 20 Prozent der grösste Autoversicherer der Schweiz – übernimmt jedes Jahr Marderschäden in der Höhe von mehr als 7,5 Millionen Franken. Schweizweit schätzt die AXA das Schadenausmass auf rund 40 Millionen Franken pro Jahr.

8 Kommentare

  • E. Lüscher

    guten Tag

    auch ich hatte bereits 2 mal Marderschäden an meinem Renault! Warum erfindet man nicht Kabel wo Biss fest sind ??????

  • Armin Wipf

    Ich habe mein Auto immer in einer geschlossenen Garage. Mein Nachbar , der nur durch Gitter von mir getrennt ist,lässt sein Garagetor immer offen. Was ist wenn Marder durch seine Garageneingang auf meine Seite kommt und einen Schaden an meinem Auto anrichtet ,ist dann der Nachbar Schadenpflichtig ? A.Wipf

  • Hans Schweizer

    Vor dem eigenen Haus sind – so habe ich mir sagen lassen – die Autos kaum gefährdet. Da gehört der parkierte Wagen zum Revier, das selbstverständlich verschont bleibt. Wird das Auto aber vorübergehend woanders abgestellt, zusammen mit Duft und Markieungen, so wird der «Fremde» dort sofort von den einheimischen Tieren erkannt und vermutlich leiden dann die Weich- und Gummiteile der Karosse bei der Verteidigung des Reviers.

  • Pollehn, Kerstin

    Guten Tag

    Betreffs Marderschäden am Auto
    Wäre ein Elektroschock und Ultrasound-Einbau sinnvoll ? Man hat zu Hause eine Garage, aber nicht überall wo man hinkommt z.B. im Wald,
    im Urlaub, am Arbeitsplatz usw.. Würde eine Versicherung (Vollkasko z.B.) die Kosten teil übernehmen?

    Würde mich auf eine Antwort von Ihnen freuen.
    Merci und freundliche Grüsse
    Kerstin Pollehn

  • Anna Ehrensperger

    Liebe Frau Pollehn,

    Besten Dank für Ihr Interesse und Ihre Frage. Elektroschock wird immer wieder als mögliche Massnahme zum Vorbeugen erwähnt. Aus Sicht des Tierschutzes würden wir diese Methode jedoch nicht empfehlen. Andere mögliche Massnahmen, um Marder fernzuhalten, sind Duftmarken (bspw. Anti-Marderspray oder Tierhaare, z.B. von einem Hund), Kunststoff-Überzüge für die Kabel oder ein Draht-Gitter unter dem Auto, da Marder nicht gerne über Gitter gehen. Allerdings ist die Wirksamkeit dieser Massnahmen nicht erwiesen, weshalb die Kasko-Versicherung die Kosten dafür nicht übernimmt.

  • Kurt Grueter

    Somit fahre ich nicht mehr Auto sondern nehme lieber das Felo - das ist auch viel gesünder

  • Juerg Metz

    Ich fahre schon seit 30 Jahren meinen Fiat UNO - keine Marderschäden aber ansonsten ausreichend Probleme - ganz nach dem Motto: "Wer sein Auto liebt, der schiebt"

  • Anna Ehrensperger

    Lieber Herr Wipf,
    Damit Ihr Nachbar haftpflichtig gemacht werden kann, müssten mehrere Bedingungen erfüllt sein. Erstens müsste zwischen dem Schaden und der Ursache ein adäquater Kausalzusammenhang bestehen, was im Falle des Marderschadens nur bedingt gegeben ist, da ein offenes Garagentor nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge nicht unmittelbar zu einem Marderschaden führt.
    Zweitens müsste ein Verschulden seitens Ihres Nachbars vorliegen, d.h. er müsste gegen eine Rechtsnorm verstossen. Dies ist in der Regel nicht der Fall, es sei denn, im Miet- oder Kaufvertrag ist explizit erwähnt, dass das Garagentor jederzeit geschlossen sein muss. Und drittens müsste man beweisen können, dass der Marder durch dieses offene Garage ins Innere eingedrungen ist, was unter Umständen ebenfalls eher schwierig werden dürfte. Wenn Sie selber jedoch eine Teil- oder Vollkaskoversicherung abgeschlossen haben, so übernimmt diese die Kosten für den Schaden, unabhängig davon, wie der Marder in Ihre Garage eingedrungen ist.

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