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Senioren als Verkehrsrisiko?

Senioren stufen ihr eigenes Risiko, beim Autofahrer einen Fehler zu machen, deutlich tiefer ein als die übrigen Altersklassen. Die Schadenbilanz nimmt jedoch ab Alter 70 zu.

Senioren stufen ihr eigenes Risiko, beim Autofahrer einen Fehler zu machen, deutlich tiefer ein als die übrigen Altersklassen. Dies zeigt eine aktuelle Umfrage der AXA Winterthur bei 1000 Autofahrerinnen und Autofahrern in der Schweiz. Die befragten Personen zwischen 65 und 75 Jahren schätzten die Wahrscheinlichkeit für ein eigenes Fehlverhalten im Verkehr nur etwa halb so hoch ein wie die 45-54-Jährigen, noch ausgeprägter ist der Unterschied zu den jüngeren Autofahrern, die ihr Risikopotential deutlich höher einschätzen.

AXA Kampagne «Sicherheit im Strassenverkehr»

Die AXA Winterthur hat 1201 Schweizerinnen und Schweizer gefragt, was sie im Verkehr am meisten ärgert, ängstigt und beschäftigt. Die Ergebnisse werden zwischen Mai und September als Serie veröffentlicht und sind Teil der aktuellen Präventions-kampagne der AXA, welche das über 40-jährige Engagement der AXA für mehr Sicherheit im Strassenverkehr aufzeigt.

AXA.ch/verkehrssicherheit

Mit der effektiven Schadenbilanz deckt sich diese subjektive Einschätzung nur in Teilen. Die Unfallhäufigkeit nimmt mit zunehmendem Alter ab, steigt ab Alter 70 jedoch wieder an. «Gemäss unserer Schadenstatistik ist die Schadenquote bei Junglenkern klar am höchsten. Mit zunehmendem Alter nimmt sie kontinuierlich ab und erreicht einen Tiefsstand bei Personen zwischen 50 und 65 Jahren – sie verursachen im Durchschnitt am wenigsten Schäden. Ab Alter 70 steigt die Unfallquote jedoch wieder sukzessive an», erklärt Bettina Zahnd, Leiterin Unfallforschung & Prävention der AXA Winterthur.

Subjektive Wahrnehmung kann trügen

Dass ältere Personen das Risiko für ein eigenes Fehlverhalten im Verkehr geringer einstufen als jüngere, dürfte insbesondere mit der langjährigen Fahrerfahrung zusammenhängen. «Zahlreiche ältere Autolenkerinnen und Autolenker sind zwar sehr sicher unterwegs, da sie oftmals einen ruhigen Fahrstil haben, weniger häufig zu Stosszeiten unterwegs sind und ihr Zeitdruck oftmals geringer ist. Ab einem gewissen Alter sinkt allerdings die Reaktions- und Konzentrationsfähigkeit, zudem können körperliche Beschwerden, Krankheiten oder Medikamente die Fahrtauglichkeit einschränken. Dies sollte man ernst nehmen. Wir möchten ältere Personen daher ermutigen, sich eigenverantwortlich und kritisch mit ihrer Fahrtauglichkeit auseinanderzusetzen und diese bei ersten Anzeichen für eine Verschlechterung untersuchen zu lassen», so die Unfallforscherin.

Unabhängige Tests und offenes Gespräch zugunsten der Verkehrssicherheit

Langjährigen Kunden, die nach dem 70. Altersjahr eine auffällige Schadenbilanz aufweisen, offeriert die AXA Winterthur eine unabhängige Prüfung der Fahrtauglichkeit durch die Arbeitsgruppe für Unfallmechanik (AGU). «Diese objektiv erhobenen Resultate können dazu beitragen, dass ältere Fahrzeuglenker ihre Fahrtauglichkeit auch mit Angehörigen offen thematisieren und anschliessend freiwillig ihren Fahrausweis abgeben», erklärt Bettina Zahnd, «zugunsten der allgemeinen Verkehrssicherheit, aber auch zu ihrem eigenen Schutz. Denn wenn es zu einem Unfall kommt, treten schwere Verletzungen bei älteren Personen häufiger auf als bei jüngeren, da sie körperlich anfälliger sind», so die Unfallforscherin.

Senioren stufen eigenes Risiko deutlich tiefer ein als die übrigen Altersklassen

Prozentsatz: Anteil der befragten Autofahrer, die das Risiko hoch oder sehr hoch einschätzen

38 Prozent der Junglenker stufen das Risiko als hoch ein, dass sie mal zu schnell fahren könnten – von den 45-54-Jährigen denken dies 22 Prozent, bei den Personen über 65 Jahren sind es noch 9 Prozent. Ähnlich sieht die Verteilung bei anderen Gefahrensituationen aus: Das Risiko, einen Fussgänger zu übersehen, bewerten 22 Prozent der Junglenker als hoch, bei den 45-54-Jährigen 15 Prozent, bei den Senioren 11 Prozent. Und das Risiko eines Sekundenschlafs während der Fahrt beurteilen 18 Prozent der Junglenker für sich selber als hoch, von den 45-54-Jährigen 9 Prozent, von den über 65-Jährigen nur 6 Prozent.

 

Die frischgebackene Autofahrerin Maude Enrico und Oldtimer-Garagist Ueli Schürch diskutieren über die Unterschiede zwischen Jung- und Altlenkern. Mehr zu den Herausforderungen im Strassenverkehr im Video und auf axa.ch/verkehrssicherheit.

1 Kommentar

  • Roger Haslimeier

    Eine nette Umfrage. Gerne würde ich hier als Vergleich noch die effektiven Schadenquoten, nach den gleichen Kriterien wie die Selbsteinschätzung,
    aufgelistet haben. So würde dieser Artikel bedeutend wertvoller.

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