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Viel Sonne, viele Unfälle

Am Pfingstwochenende startet traditionell die Motorradsaison und Töffclubs starten zur ersten grossen Tour auf dem Asphalt. Das Unfallrisiko ist entsprechend hoch - erst recht, wenn das Wetter gut ist.

Wie Zahlen der AXA zeigen, steigt das Unfallrisiko für Motorradfahrer an einem sonnigen Pfingstwochenende markant. So lagen die Unfallzahlen im Jahr 2010, bei damals schönstem Wetter und idealen Fahrbedingungen am Pfingstwochenende, um fast 90% höher als an einem normalen Wochenende von April bis September. Durchschnittlich haben sich über die letzten zehn Jahre am Pfingstwochenende 10,5 Prozent mehr Töffunfälle ereignet.

Die Tipps aus der Unfallforschung & Prävention der AXA für eine unfallfreie Töffsaison:

  • Machen Sie zu Beginn der Saison ein Fahrtraining. Das macht nicht nur Spass, es bringt vor allem Sicherheit und Selbstvertrauen welches hilft, prekäre Situationen unfallfrei zu meistern
  • Fahren Sie vorausschauend, defensiv und partnerschaftlich
  • Tragen Sie helle, gut sichtbare Sicherheitskleidung
  • Sorgen Sie für ein technisch einwandfreies Motorrad und eine gute Bereifung
  • Machen Sie sich körperlich fit für die erste Ausfahrt, denn Motorradfahren ist anstrengend
  • Passen Sie die Geschwindigkeit an die Umstände auf den Strassen und das eigene Können an
  • Halten Sie stets genügend Abstand zu anderen Fahrzeugen
  • Bleiben Sie gelassen und ruhig, auch wenn vor allem die erste Ausfahrt der Saison euphorisch stimmt

Traditionell nutzen viele Biker das Pfingstwochenende um die Saison einzuläuten und rollen dann das erste Mal im Jahr über den Asphalt. «Gerade zu Saisonbeginn mangelt es den Zweiradlenkern aber noch an der notwendigen Routine – viele schätzen ihre Fähigkeiten falsch ein und es kommt schneller zu teilweise folgenschweren Fahrfehlern», sagt Bettina Zahnd, Leiterin Unfallforschung & Prävention der AXA.

Motorradfahrer sind grundsätzlich risikobehaftete Verkehrsteilnehmer: Gab es 2015 bei den Personenwagen als Unfallfolge gerade mal 12,5 Prozent Leicht- und Schwerverletze, waren es bei den Motorrädern knapp 78 Prozent. Am häufigsten trifft es dabei junge Fahrer, denn gemäss den Zahlen der AXA weisen die unter 30-Jährigen eine deutlich höhere Schadenfrequenz auf als ältere Motorradfahrer. Als häufigste Ursachen aller Motorradkollisionen zählt die AXA Selbstüberschätzung, fehlende Fahrpraxis und eine zu grosse Risikofreude.

«Ideal ist es, jeweils zum Saisonstart ein professionelles Fahrtraining zu absolvieren», rät Bettina Zahnd. Nicht nur Jung- oder Neulenker profitieren von den Trainings, auch erfahrenen Lenkern hilft es, schnell und sicher wieder an das Können aus dem Vorjahr anzuknüpfen. Denn zur souveränen Beherrschung eines Motorrads braucht es nicht nur Erfahrung, sondern auch Routine und Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten.

Oft haben Autos die Schuld

Doch es liegt nicht nur an den Motorradfahrern, auch die anderen Verkehrsteilnehmer müssen sich im Frühling erst wieder an die Präsenz der Zweiräder auf der Strasse gewöhnen. «Rund zwei Drittel der Kollisionen von Autos und Motorrädern werden von Autos verursacht», erklärt Bettina Zahnd. Oftmals werden Motorradfahrer im Strassenverkehr übersehen oder deren Geschwindigkeit wird falsch eingeschätzt. Daher ist es ratsam, auffallende Kleidung zu tragen, beispielsweise eine gelbe Warnweste oder gelbe Warngurte. Auch der Helm kann andere Verkehrsteilnehmer schneller auf den Fahrer aufmerksam machen; vor allem weisse oder in grellen Farben gestaltete Helme werden von anderen gut erkannt.

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