Kompetenz

Wein lieben, sammeln und sichern

Die Leidenschaft, edle Tropfen zu sammeln sowie die persönliche Auslese zu vergrössern, ist gepaart mit viel Wissen über Önologie. Darüber hinaus gilt es, seinen wertvollen Weinkeller richtig zu schützen und abzusichern.

Wein ist mehr als ein Genussmittel. Er ist immer anders, wandelbar, unterschiedlich und manchmal sogar betörend. Auf die Frage warum Gregor Greber, Liebhaber von Weinen aus dem kalifornischen Napa Valley, den Genuss von Wein als kulturellen Akt versteht, sagt er: «Ab einem gewissen Alter erfasst man die Kürze des Daseins und stellt seine restliche Zeit möglichst ins Zentrum des Genusses. Weinliebhaber leben diese Kultur.» Eine geradezu erotisch anmutende Sicht der Dinge hat Belinda Stublia, Verlegerin und Händlerin der bedeutendsten und teuersten Weine: «Wein ist für mich pure Leidenschaft für Sinnesentdeckungen und -freuden. Er erzählt Geschichten auf sensorische Art. Fasziniert mich ein Tropfen, weckt er immer auch die Neugier, mehr über seinen Ursprung und die Menschen dahinter zu erfahren.»

Lieben

Bei der Expansion des eigenen Weinkellers gilt es einerseits den eigenen Geschmack und andererseits die kluge Lagerung und Absicherung der Schätze in den Fokus zu stellen. Für Gregor Greber ist das Vorgehen deshalb relativ einfach: «Kaufen, was einem gefällt. Weinkritiker können bei der Vorselektion helfen, aber man sollte sich nur in den Keller legen, was man probiert hat. Ausserdem: Der Geschmack eines Menschen ändert sich im Laufe der Zeit.» Sein wichtigster Rat ist deshalb: «The trend is not your friend».

Je mehr Wissen über sich selbst und Wein angesammelt ist, desto grösser ist das Verständnis und der Wunsch zur Optimierung. Silvio Denz hatte das Glück, dass sein Vater Wein ebenfalls zugetan war: «Die Buddeln, die ich von meinem Vater erhalten habe und die Flaschen, die ich seit 1982 regelmässig kaufe, dienen in erster Linie meinem persönlichen Genuss. Es ist viel spannender, Weine aus verschiedenen Dekaden zu verkosten als nur immer junge und oft unreife Tropfen zu öffnen. Natürlich muss man sein Sortiment auch regelmässig auf Trinkbarkeit und Wert prüfen. Bereinigungen sind zuweilen nötig. Im Wert stark gestiegene Weine können über Auktionen abgesetzt werden.»

Darin schwingt der Ratschlag mit, sich eine Mindestquantität gewisser Weine anzulegen. Weine sollten während ihrer Entwicklung sensorisch wiederholt unter die Lupe genommen werden. Die Tropfen verändern sich und man sollte das optimale Trinkfenster nicht verpassen. Auffallend ist, dass alle Gesprächspartner die Qualität des Weinkellers und die Sicherung der eigenen Schätze erwähnen.

Sammeln

Der Durchschnittsweinkeller eines Weinliebhabers dürfte weniger als hundert Flaschen umfassen. Dieser Vorrat dürfte dabei einen Teil des Haus- oder Wohnungskellers belagern. Häufiges Problem solcher Lösungen sind Temperaturschwankungen und/oder Lichteinflüsse. Variieren die Temperaturen zu stark und zu rasch, lässt dies den Wein schnell altern. Geschieht dies im jahreszeitlichen Zyklus, ist es meist kein Problem. Am anderen Ende der Skala gönnen sich Aficionados wahre «Schatullen» für ihre Prachtstücke.

Bei dieser Gruppe beträgt die Kellergrösse ab ein paar Hundert Flaschen bis hin zu eigenen Weinhandlungen (Gregor Greber, Belinda Stublia) oder sie besitzen eines oder mehrere Châteaux im Bordeaux (Silvio Denz). Ihr Rat ist, seine Lieblinge in erster Linie klimatisch gut zu versorgen. Entweder ist ein Naturkeller mit minimalen Temperaturschwankungen vorhanden oder man behilft sich technisch, etwa mit einem Kühlgerät für die heissen Monate.

Für edlen Wein sollte etwas mehr aufgewendet werden. Im Gegenwert von zwei Kisten guten Bordeaux lässt sich ein intelligentes Klimasystem in den Keller einbauen. Doch wegen der Kühlung und damit verbunden der Feuchtigkeit sollte der Weinkeller vom sonstigen Keller separiert werden. Damit können die Investitionen deutlich ansteigen. Der Weg nach oben ist unlimitiert.

Sicherheit

Die finanzielle Absicherung von Weinkellern wird oft unterschätzt. In der Schweiz ist Wein bei den meisten Versicherern in der Hausratversicherung inkludiert. Doch die normale Versicherung deckt nur Schäden durch Feuer, Wasser oder Diebstahl. Thomas Belohlavek, Geschäftsführer AXA ART Schweiz stellt fest: «Es kommt vor, dass wertvolle Bordeauxkisten auf den Boden fallen oder ganze Gestelle umkippen. Fällt das Kühlgerät im Sommer aus, kann ein schneller Temperaturanstieg zu Qualitätsverlusten führen.» In solchen Fällen hilft die Allrisk Deckung der AXA «tailorMade», wodurch Wein den gleichen Versicherungsschutz wie Kunstwerke geniesst. Zusätzlich gibt es Spezialversicherungen für Flaschenpaare, Sets und Serien. Wird beispielsweise eine einzige Flasche einer bestimmten Vertikale beschädigt, wird unter Umständen der Gesamtwert deutlich gemindert. Dazu Thomas Belohlavek: «Unsere Kunden verbinden guten Lebensstil mit einem entsprechenden Weinkeller und wollen für alle Eventualitäten gerüstet sein.»

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