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Wir haben ein Zecken-Rekordjahr

Die Meldungen wegen Zeckenbissen haben bei der AXA im Vergleich zu den Vorjahren stark zugenommen. Die Kosten für die Behandlung übernimmt die Unfallversicherung.

Dieses Jahr sind die Zecken in der Schweiz besonders aktiv. Gemäss Bundesamt für Gesundheit suchen derzeit sehr viele Menschen ihren Arzt wegen Zeckenbissen auf, die Anzahl Fälle von Borreliose und der gefährlichen Frühsommer-Meningoenzephalitis (Hirnhautentzündung) sind im Vergleich zu den Vorjahren ebenfalls stark angestiegen.

Zecken mögen es warm und feucht

Auch die steigenden Unfallmeldungen bei der AXA bestätigen diese Tendenz «Ende Juni dieses Jahres verzeichneten wir 440 Fälle im Zusammenhang mit Zeckenbissen – ein Plus von 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Letztes Jahr waren es zu diesem Zeitpunkt nämlich 293, im ‹Zeckenjahr› 2016 ebenfalls ‹nur› 382 Fälle gewesen. Wir gehen deshalb aktuell von einem wahren Rekordjahr in Bezug auf Zecken-Unfallmeldungen aus», erklärt AXA UVG-Spezialist Thomas Frei. Erfahrungsgemäss wird der Grossteil aller Fälle erst ein bis zwei Monate nach dem eigentlichen Zeckenbiss gemeldet, da gesundheitliche Beschwerden meist erst später eintreten.

Dass die Meldungen von Zeckenbissen und entsprechende Folgeerkrankungen jährlich stark schwanken, hängt unter anderem mit dem Wetter zusammen – 2016 beispielsweise wurden der AXA nach einem milden Winter, feuchten Frühling und warmen Sommer insgesamt über 1000 Zeckenbisse gemeldet, die Jahre zuvor waren es um die 40 Prozent weniger gewesen.

Teure Unfälle

Was ist ein Unfall?

Gemäss Definition im Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsgesetzes (ATSG) ist ein Unfall die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat.

Je nach Krankheitsverlauf kostet die Behandlung aufgrund eines Zeckenbisses zwischen einigen hundert Franken bis hin zu sechsstelligen Beträgen. Bezahlt wird dies für Arbeitnehmende meist durch die obligatorische Unfallversicherung. Denn versicherungstechnisch gelten Zeckenbisse als Unfälle, genauso wie Spinnenbisse, Bienen-, Wespen- oder Hornissenstiche – Mückenstiche hingegen nicht. «Gemäss Rechtsprechung fehlt bei Mückenstichen infolge Alltäglichkeit der ungewöhnliche äussere Faktor, der für die Unfalldefinition entscheidend ist», erklärt Thomas Frei den kleinen, aber entscheidenden Unterschied (vgl. Box).

So muss sich um die Kosten eines Zeckenbisses glücklicherweise niemand sorgen – doch die möglichen gesundheitlichen Beschwerden wiegt das natürlich nicht auf. Deshalb gilt: Im Frühling und Sommer sind bei einem Waldspaziergang unbedingt Vorsichtsmassnahmen angebracht (vgl. Box).

Zeckenbiss – was tun?

In den meisten Fällen heilen die Bisse zwar von alleine wieder ab. Doch die Stichstelle sollte genau im Auge behalten werden. Bei Entzündungen oder Rötungen ist auf jeden Fall ein Arztbesuch angesagt, auch grippeähnliche Symptome kurz nach einem Biss sind ein Alarmzeichen. Der Arztbesuch und alle weiteren Kosten für die Behandlung werden von der Unfallversicherung übernommen

Tipps – so schützen Sie sich vor Zeckenbissen

  • Tragen Sie helle, lange Kleidung
  • Tragen Sie Ihre Hosen in die Socken und Ihre Oberbekleidung in die Hosen gesteckt
  • Sprühen Sie vor dem Gang in den Wald frei liegende Haut mit Insektenspray ein
  • Suchen Sie Ihren Körper nach dem Besuch im Wald genau nach Zecken ab. Wenn Sie eine Zecke entdecken, entfernen Sie diese sofort fachgerecht

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