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Am Anfang war das Autorennen

100 Jahre ist es her, dass sich am legendären Autorennen in Le Mans ein tragischer Unfall ereignete. Um den Betroffenen zu helfen, wurde die erste moderne Rechtsschutzversicherung gegründet. Es war der Beginn eines heute noch aufstrebenden Wirtschaftszweigs.

Im Sommer 1917 gingen mehrere Rennfahrer an den Start des Grand Prix in Le Mans, dem Vorläufer des berühmten 24-Stunden-Rennen. Die damals neuartigen «Automobile» zogen zahlreiche Interessierte und Schaulustige in ihren Bann. Das Rennen wurde jedoch von einem tragischen Zwischenfall überschattet. Bei einem Unfall verloren mehrere Fahrer ihr Leben, andere wurden schwer verletzt. Zurück blieben Betroffene, die sich um Kosten, Schuldfragen, Haftpflichtansprüche und Prozesse kümmern mussten.

Zwar gab es damals schon erste Formen der Versicherung und des Opferschutzes. Doch die Betroffenen fühlten sich bei den Prozessen nicht ausreichend unterstützt. Um ihre Ansprüche geltend zu machen, gründete der französische Automobil Club «Automobile Club de l’Ouest» (ACO) mit der «Défense Automobile et Sportive» die erste moderne Rechtsschutzversicherung, wie wir sie heute kennen. Die Vertragsgesellschaft bot den Automobilisten und Rennfahrern Dienstleistungen und die Deckung von Rechtsverfolgungskosten an.

Rechtsschutz im Aufschwung

Die Bedeutung der Rechtsschutzversicherung nahm in den folgenden Jahren laufend zu, und die Défense Automobile et Sportive wurde zum Vorbild für weitere Neugründungen dieser Art. Ein eigentlicher Aufschwung erfolgte jedoch erst nach dem zweiten Weltkrieg, als in den 50er-Jahren die Fahrzeugindustrie boomte und zu einer Massenmotorisierung auf den Strassen führte.

Ein Einblick in die 100-jährige Geschichte des Rechtsschutzes mit dem Schweizer Neel Jani, Gewinner des 24-Stunden-Rennens in Le Mans von 2016. Im Beitrag erklärt er, wie er sich als Rennfahrer mit dem Thema Rechtsschutz auseinandersetzt.

Heute beschränkt sich der Rechtsschutz längst nicht mehr auf den Motorfahrzeugbereich. Vertragsrecht, Arbeitnehmerschutz, Immobilienfragen, Cyberrisiken – die Liste der abgedeckten Themen nahm im Verlauf der Jahre stetig zu, wie auch der Bedarf nach Rechtskostendeckung sowie Rechtssicherheit seitens der Bevölkerung.

«Der Rechtsschutzmarkt ist nach wie vor einer der am stärksten wachsenden Nischenmärkte in der Versicherungsbranche. Gleichzeitig gibt es immer neue Themen, bei denen unsere Kunden Rechtshilfe ersuchen, weil unser Leben zunehmend verrechtlicht wird und mit jedem neuen Trend auch neue Risiken entstehen», erklärt Alfred Widmer, CEO der AXA-ARAG, dem grössten Rechtsschutzversicherer der Schweiz.

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