Menschen

AXA von Herz zu Herz: Arbeit mit Flüchtlingsfamilien in Jordanien

Fünf AXA-Mitarbeitende reisten im Oktober für eine Woche nach Jordanien und engagierten sich dort für syrische Flüchtlinge. Für die freiwilligen Helferinnen und Helfer war es eine bewegende Zeit, mit vielen schönen, aber auch nachdenklichen Momenten.

2017 sammelten AXA Mitarbeitende im Namen der Initiative «AXA von Herz zu Herz» 2.5 Tonnen Hilfsgüter für syrische Flüchtlinge in Jordanien. Diesen Herbst reisten nun fünf Mitarbeitende mit der gemeinnützigen Organisation NOIVA in die jordanische Stadt Mafraq, um den Flüchtlingen vor Ort zu helfen.

Eine von ihnen ist die 33-jährige Kathrin Fink, Content Managerin bei der AXA. Sie ist kürzlich in die Schweiz zurückgekehrt und noch immer berührt: «In unserer Gruppe sind auch Kinder mitgereist. Sie zusammen mit syrischen Flüchtlingskinder zu sehen, hat mich nachdenklich gestimmt. Es sind alles Kinder, doch ihre Lebensumstände sind völlig verschieden.» Sie hat in Jordanien aber auch viele schöne Momente erlebt. Dazu gehört die grosse Gastfreundschaft der Syrier, die sie während den Hausbesuchen erfahren durfte.

Mit Flüchtlingsarbeit das Herz öffnen

Auch Stefanie Bolli meldete sich sofort an, als sie den Aufruf für den Hilfseinsatz entdeckte. Sie arbeitet normalerweise als Schadenspezialistin Personenversicherung bei der AXA. Für einmal wollte sie ihre Zeit investieren um für andere Menschen da sein zu können, wie zum Beispiel mit syrischen Flüchtlingskinder Cupcakes backen. «Ich wollte mir einen eigenen Eindruck der Situation vor Ort machen und ihnen mit einer menschlichen Begegnung ein Stück Würde zurück geben», so die Winterthurerin.

Daniela Scharfetter freut sich über die grosse Wertschätzung und Würde, welche die Beteiligten den Menschen geben konnten. Als Projektverantwortliche von «AXA von Herz zu Herz» wollte sie nach der erfolgreichen Spenden-Aktion der AXA noch mehr für die syrischen Flüchtlinge tun und vermittelte die freiwilligen Helferinnen und Helfer an NOIVA.

Jeder kann seine Fähigkeiten einbringen

Nach dem erfolgreichen Bewerbungsverfahren führte NOIVA einen Vorbereitungstag durch. «Wir diskutierten, wer welche Fähigkeiten und Ideen mitbringt, und planten Aktivitäten», erklärt Stefanie. Bei Noiva wird Eigeninitiative grossgeschrieben. «Uns ist wichtig, dass jeder seine Fähigkeiten einbringen kann. Das muss aber nichts Aussergewöhnliches sein. Die Menschen sind schon allein dafür dankbar, wenn sie jemanden haben, der sich für sie interessiert und ihnen zuhört», erklärt Anna Winkler. Die Bernerin wohnt seit vier Jahren in Jordanien und ist dort als Projektleiterin bei NOIVA tätig.

Stiftung NOIVA

NOIVA ist eine gemeinnützige Stiftung, die seit 2010 mit humanitären Hilfe und mit Friedensarbeit im Nahen Osten, vorwiegend in Jordanien tätig ist. Zu den laufenden Projekten gehören Lebensmittelhilfe, Hausbesuche oder die ambulante medizinische Versorgung. Aktuell plant NOIVA den Aufbau eines Community Centers mit sowohl mit Bildungsangeboten wie auch mit Freizeitaktivitäten. Es richtet sich sowohl an syrische Flüchtlinge wie auch an bedürftige Jordanier.

Mehr >

Gemeinsam Tätigkeiten stehen im Vordergrund

In Jordanien eingetroffen, wurde die Helfer-Gruppe unmittelbar in verschiedene Projekte eingeteilt. Schadenspezialistin Stefanie Bolli war unter anderem für den Bastelkurs zuständig: «Jeden Tag besuchten uns 80 bis 100 Flüchtlingskinder in den Räumlichkeiten von NOIVA. In meiner Gruppe machte ich die Erfahrung, dass der Wunsch etwas zu besitzen gross war. Es war eine Herausforderung, den Kindern trotz Sprachbarriere klar zu machen, dass sie das zur Verfügung gestellte Material nicht mitnehmen durften», erzählt die diplomierte Betriebswirtschafterin. Content Managerin Kathrin Fink war währenddessen mit der zappligen Mädchen-Gruppe beim Sport herausgefordert. «Die Mädels waren wie ein Sack voll Flöhe», lacht die ausgebildete Journalistin heute.

Kostbare Augenblicke

An den Nachmittagen besuchten die Helfer jeweils Flüchtlingsfamilien in ihrem Zuhause. Dort wurde viel gelacht, aber manchmal gab es auch traurige Momente. «Ein Syrier erzählte uns von seiner Flucht. Das war hart», erinnert sich Helferin Stefanie Bolli. «Für die Helferinnen und Helfer sind dies sehr kostbare Augenblicke. Denn sie öffnen die Herzen», sagt Anna Winkler von NOIVA.

Für die freiwilligen Helfer war es eine bewegende Zeit, mit vielen schönen, aber auch nachdenklichen Momenten. Eine Schweizer Helferin beim Nähen mit einer Flüchtlingsfrau. Bild: Stefanie Bolli

Diesen Herbst reisten nun fünf Mitarbeitende mit der gemeinnützigen Organisation NOIVA in die jordanische Stadt Mafraq, um den Flüchtlingen vor Ort zu helfen. Bild: Stefanie Bolli

Schadenspezialistin, Stefanie Bolli (Mitte) «Ich wollte mir einen eigenen Eindruck der Situation vor Ort machen und ihnen mit einer menschlichen Begegnung ein Stück Würde zurückgeben», so die Winterthurerin. Bild: Kathrin Fink

Nach der Rückkehr wollten die Helferinnen und Helfer ihr Erlebtes unbedingt weitergeben. Deshalb organisierten sie bei der AXA in Winterthur eine Informationsveranstaltung. Auf die Frage, weshalb ein solcher Einsatz für jeden wertvoll sein kann, antwortete Projektleiterin Anna Winkler schon fast philosophisch: «Wer sich für einen guten Zweck verschenkt, der wird ganz klar auch von den Menschen beschenkt. Um dies zu erfahren, muss man aber die Erfahrung gemacht haben.»

«AXA von Herz zu Herz»

Zeit und Engagement gehören zum Wertvollsten, was man heutzutage weitergeben kann. Dieser Gedanke steht hinter der Initiative «AXA von Herz zu Herz», die Mitarbeitende der AXA Gruppe weltweit motivieren will, sich für mehr Solidarität und Menschlichkeit einzusetzen. Mit «AXA von Herz zu Herz» bietet die AXA ihren Mitarbeitenden eine Möglichkeit für freiwilliges Engagement in den Bereichen Soziales, Bildung und Umwelt. Die Helferinnen und Helfer lernen dabei neue Menschen und Situationen kennen, können ihre verschiedenen Kompetenzen vertiefen und wertvolle Erfahrungen sammeln. 2018 leisteten in der Schweiz über 650 Mitarbeitende im Rahmen von «AXA von Herz zu Herz» rund 4000 Stunden Freiwilligenarbeit.

Mehr >

1 Kommentar

  • Sabine Ulli

    Herzlichen Dank für den Einsatz und die Einblicke!

Kommentar hinzufügen

Schreibe einen Kommentar