Menschen

Was Familien bewegt

Die meisten Schweizer Familien haben eiserne Reserven, sorgen sich aber durchaus um ihre finanzielle Situation. Dies ergab eine Umfrage der AXA Winterthur.

Mit der Geburt von Kindern verändert sich das Leben von jungen Eltern komplett. Sie beschäftigen sich plötzlich mit ganz anderen Sorgen, betrachten die Zukunft mit anderen Augen und überdenken ihre finanzielle Situation. Die AXA Winterthur befragte deshalb in einer Studie 500 Familien mit Kindern unter 15 Jahren, was ihnen in diesem Lebensabschnitt die grössten Sorgen bereitet.

Die grössten Elternsorgen
1. Finanzen
2. Gesundheit
3. Ausbildung
4. Arbeitsmarkt
5. Zukunftsperspektiven

Sorgen um Finanzen und Gesundheit
Vorab die erfreuliche Erkenntnis: Spontan gab jede fünfte Familie an, dass sie sich keine Sorgen über die Zukunft macht. Ansonsten beschäftigt junge Familien Probleme, die man erwarten kann: Finanzielle Sorgen (17 Prozent), Gesundheit (16 Prozent) und Ausbildung (15 Prozent). Die letzten beiden Punkte beschäftigen die Mütter zudem signifikant mehr als die Väter (jeweils rund 20 Prozent zu 10 Prozent). Die Westschweizer Familien sorgen sich deutlich mehr um die Ausbildungs- und Arbeitsplatzentwicklungen als ihre Deutschschweizer Pendants (insgesamt 11 Prozent). Um ihren eigenen Arbeitsplatz machen sich hingegen nur gerade 3 Prozent der befragten Eltern Sorgen. Die Schweizer Familien fühlen sich zudem sicher: Gewalt und Brutalität (7 Prozent) und Sicherheit (3 Prozent) wurden verhältnismässig wenig als Sorge angegeben.

Intakte Umwelt beschäftigt mehr als Alltag
Fragt man die Familien anhand einer vorgegebenen Auswahl nach ihren Sorgen, so zeigt sich ein erstaunliches Bild: Nicht der Alltag beschäftigt sie am meisten, sondern eine gesunde Umwelt für die Zukunft ihrer Kinder. Insgesamt 77 Prozent beschäftigen sich häufig oder manchmal mit diesem Thema. Erwartungsgemäss hat auch die Gesundheit der Kinder einen hohen Stellenwert. Über 70 Prozent machen sich häufig oder zumindest manchmal Sorgen darüber.

Geldsorge Nummer 1: Krankenkasse
Beim Thema Geld trennen sich die Eltern in zwei Lager: Während sich die eine Hälfte mindestens manchmal, wenn nicht gar häufig Sorgen um das Geld macht, kümmert sich die andere Hälfte fast nie (36 Prozent) oder sogar nie (14 Prozent) darum. Die Hauptsorge in Bezug auf Geld betreffen Ausgaben für Krankenkasse und Gesundheit (54 Prozent). Immerhin 39 Prozent sorgen sich regelmässig über die eigene Altersvorsorge. Ebenfalls einen hohen Stellenwert bei den Geldsorgen haben die Ferien. 14 Prozent der Eltern sorgen sich häufig um das Feriengeld, weitere 26 Prozent manchmal. Erfreulicherweise wenig Kopfzerbrechen bereiten die Alltagseinkäufe bei den jungen Familien. Nur 9 Prozent gaben an, dass sie sich häufig darüber sorgen, ob das Geld reicht. Dem gegenüber gaben 43 Prozent an, dass sie sich nie befürchten, ob sie den Kühlschrank füllen können.

Mehr Kinder, weniger Geldsorgen?
Auf finanziell Unvorhergesehenes sind die Schweizer Eltern gut vorbereitet, denn 76 Prozent von ihnen gaben an, dass sie eine unerwartete Rechnung von 2’000 Franken innert Monatsfrist bezahlen könnten. Dies zeigt, dass die Eltern umsichtig handeln. 83 Prozent der Eltern über 40 und 94 Prozent der Haushalte mit einem Einkommen über 7’000 Franken verfügen über eiserne Reserven und liegen damit signifikant über dem Durchschnitt. Überraschen mag die Tatsache, dass Familien mit zwei und mehr Kindern besser auf eine solche unerwartete Rechnung vorbereitet sind (rund 80 Prozent).

«Es ist erfreulich, dass die meisten jungen Familien vorausschauend planen und auch einmal eine unvorhergesehene Rechnung bezahlen können. Erstaunlich ist eher, dass die eisernen Reserven bei Familien mit mehreren Kindern zunehmen», bilanziert Auftraggeberin Regula Schenkel, Head Public Affairs der AXA Winterthur. «Was die Familien beschäftigt und bewegt, gibt uns als Versicherer wichtige Hinweise, wo wir mit Produkten oder Dienstleistungen gezielt unterstützen könnten.»

Familienbefragung
Im Februar 2017 befragte gfs-zürich, Markt- & Sozialforschung, 500 Familien mit Kindern unter 15 Jahren. Die repräsentative Umfrage wurde am Telefon durchgeführt.

Kommentar hinzufügen

Schreibe einen Kommentar