Menschen

«Ich will jeden Tag etwas Neues dazulernen»

Im normalen Alltag ist Baxter Yazbek CRM-Senior Spezialist bei der AXA. Nebenbei organisiert er einen Hackathon, bastelt intelligente Maschinen in seinem persönlichen Labor – und züchtet Bienen.

Die grosse Bühne ist nicht der Ort, an dem Baxter Yazbek sich wohl fühlt. Lieber bleibt er bescheiden im Hintergrund, ruhig und abseits vom Rampenlicht. Dabei hat der 45-jährige IT-Spezialist der AXA durchaus etwas zu erzählen, hat er doch schon viele interessante Stationen in seinem Leben durchlaufen.

Geboren und aufgewachsen in Beirut, hat Baxter Yazbek dort seine Ausbildung als Agrar-Ingenieur absolviert, einige Jahre später in Frankreich einen Master-Abschluss in Journalismus nachgelegt. Danach arbeitete er bei einigen Medienhäusern in Dubai, ging anschliessend nach Deutschland zu IBM als Management Consultant und kam vor acht Jahren in die Schweiz und schliesslich zur AXA, wo er als Teilprojektleiter dafür verantwortlich war, eine neue Partnerdatenverwaltung einzuführen. Diese Applikation betreut er auch heute noch – in einem agilen Team, seine Führungsposition als Abteilungsleiter hat er zugunsten des selbstorganisierten Teams vor einigen Monaten abgegeben.

Niemals stillstehen

«Mir wird sehr schnell langweilig», erklärt Baxter mit einem verschmitzten Lächeln. Sein Credo sei deshalb: «Lerne und entdecke jeden Tag etwas Neues, sei neugierig und entwickle dich laufend weiter». Er selbst habe sich zum Ziel gesetzt, sich alle vier Jahre beruflich zu verändern. Das ist ihm bisher ganz gut gelungen, wenn man sich seinen Lebenslauf anschaut. Aber mal ehrlich: Vom Agrar-Ingenieur zum Journalisten zum IT-Spezialisten, wie geht das? Bescheiden wie er nun mal ist, antwortet Baxter darauf nur: «Ach, das ist doch nichts. Ich habe ausserhalb des Berufs einige Weiterbildungen absolviert, und mir den Rest selbst beigebracht. Wie gesagt, ich bin sehr wissbegierig.»

Doch auch in seinem Privatleben ist der zweifache Familienvater nicht untätig. So ist er seit einigen Jahren Mitglied der «Open Network Infrastructure Association», einer Community, die sich für ein offenes Internet der Dinge (IoT) einsetzt. Der Verein organisiert in diesem Jahr bereits zum zweiten Mal zusammen mit der Stadt Zürich den Hackathon «Make Zurich». Als Mitglied des Organisationskomitees investiert Baxter dafür derzeit rund vier bis sechs Stunden pro Woche, während des Hackathons Ende Juni nimmt er extra Ferien bei der AXA, um am Anlass dabei zu sein. «Die Organisation des SmartCity Hackathons ist eine gute Gelegenheit, interessante Leute aus der Startup- und Makerszene kennenzulernen. Dass die AXA uns dieses Jahr als Sponsor unterstützt,  finde ich natürlich super», so Baxter.

Bienenstiche gehören dazu

Am allerbesten abschalten kann der Mittvierziger aber entweder bei einer Wanderung mit seiner Frau oder bei einem weiteren aussergewöhnlichen Hobby: Der IT-Spezialist waltet in seiner knapp bemessen Freizeit als Imker. Drei Bienenvölker nennt er sein Eigen, während der Hochsaison im Sommer sind das rund 100’000 Bienen, die er in einem Wald in Wetzikon hegt und pflegt. Das Imkern ist schon seit vielen Jahren ein wichtiger Bestandteil seines Lebens, bereits als Kind hatte er sich in Beirut gemeinsam mit seinem Vater um die Honiglieferanten gekümmert. «In diesen Momenten haben mein Vater und ich viel Zeit miteinander verbracht, was im Alltag nicht immer möglich war.» Die damit verbundene Nähe zu seinem Vater sei denn auch eine seiner schönsten Kindheitserinnerungen, sagt Baxter. Aus diesem Grund führt er die Tradition heute mit seiner 10-jährigen Tochter fort und geniesst die gemeinsame Zeit in vollen Zügen. «Ich brauche den Geruch von Wachs und Honig in meinem Leben – der eine oder andere Bienenstich gehört da natürlich auch dazu», lacht er.

Den 14-jährigen Sohn könne er hingegen eher für Technik-Themen begeistern: «In unserem eigenen Labor tüfteln wir gerne an IoT-Projekten herum und bauen beispielsweise Sensoren, die analysieren, wie viele Bienen sich gerade im Bienenstock befinden.» Sein Sohn sei schon viel geschickter als er selbst, wenn es darum gehe, einzelne Teile zu verlöten oder mit dem 3D-Drucker anzufertigen. «Es ist mir wichtig, meinen Kindern die Freude am lebenslangen Lernen mitzugeben. In welche Richtung sie sich entwickeln möchten, überlasse ich aber ihnen.» Man darf gespannt sein, in welche Richtung sich Baxter Yazbek in den nächsten Jahren bewegt. Spannend dürfte es allemal werden.

 

Make Zurich

Der Hackathon der Vereinigung «Open Network Infrastructure Association» und der Stadt Zürich findet 2018 zum zweiten Mal statt. Ziel der Veranstaltung ist es, lokale Hacker mit der Stadtverwaltung zusammenzubringen, und aktuelle Herausforderungen der Stadt mit neuen Technologien anzugehen. Der Hackathon findet am 28. und 29. Juni im Kraftwerk Zürich Selnau statt, Interessierte können sich unter folgendem Link registrieren: https://makezurich.ch/

1 Kommentar

  • Sabine Ulli

    Herzlichen Dank für den spannenden Einblick, Baxter! Toller Artikel.

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