Menschen

Dä Samichlaus isch da

Vom 2. bis 6. Dezember weilt der Samichlaus am Waldrand des Winterthurer Lindbergs und besucht auch zahlreiche Kinder zu Hause. Einer seiner eifrigsten Helfer ist AXA Mitarbeiter Andreas Häusler. Er sorgt dafür, dass der Samichlaus alles hat, was er braucht.

Im Chlaus-Hüsli am Waldrand des Winterthurer Lindbergs herrscht Hochbetrieb: Fleissige Helfer bereiten alles für den Samichlaus vor. Denn anfangs Dezember verlegt dieser seine Wohnstätte vorübergehend an den Waldrand, um näher bei den Kindern zu sein. «Bis zu tausend Kinder besuchen hier jedes Jahr den Samichlaus und seine beiden Esel», sagt Andreas Häusler. Er ist Präsident der Chlausgesellschaft, die das Chlaus-Hüsli organisiert. Gemeinsam mit zahlreichen Helfern sorgt er dafür, dass der Samichlaus alles hat, was er für seinen anstrengenden Job benötigt.

Angefangen hat Andreas Häusler vor zehn Jahren als Schmutzli, seit fünf Jahren ist er nun Präsident des Vereins. Dieser zählt rund 60 Mitglieder, darunter Chläuse und Schmutzlis, Fahrerinnen und Fahrer – aus Sicherheitsgründen fährt der Samichlaus nicht selber – sowie Köche und Helfer für den Betrieb des Chlaus-Hüslis.

Bereits im Oktober fangen jeweils die Vorbereitungen für die Claus-Saison an. Die Einsatzzentrale befindet sich in einer Zivilschutzanlage – von hier aus plant Andreas Häusler alle Einsätze und koordiniert die Tätigkeiten des Vereins. Daneben erledigt er auch Spezialaufgaben für den Samichlaus. «Es gibt immer wieder etwas Neues zu tun», sagt Andreas Häusler.

Aktuell
Crowdfunding-Projekt für den Eselstall

Öffnungszeiten Chlaus-Hüsli

Sa – Mi, 2. bis 6. Dez 2017,
jeweils 10 bis 16 Uhr
Flyer, Wegbeschreibung

Dieses Jahr ging es beispielsweise um den Eselstand für die beiden Langohren des Samichlaus. «Da wir keine Genehmigung für einen fixen Eselstall haben, benötigten wir einen neuen Eselunterstand, den wir jedes Jahr auf- und abbauen können. Auch der Samichlaus muss sich an die Bauvorschriften halten», schmunzelt Andreas Häusler. Das Geld für den neuen Unterstand sammelt der Verein aktuell mittels Crowdfunding, denn die Chlausgesellschaft ist auf Spenden angewiesen.

Kinder entlarven Hobby-Chläuse

Andreas Häusler

Die Mitglieder des Vereins arbeiten ehrenamtlich, so auch Andreas Häusler. «Unser Lohn sind die glänzenden Kinderaugen», sagt Häusler, der selber Vater von zwei Kindern ist. Vom 2. bis 6. Dezember ist der Samichlaus im Chlaus-Hüsli anzutreffen, zudem besucht er in dieser Zeit auch mehr als 100 Familien zu Hause. Auch in Kindergärten, Schulen und Altersheimen ist er anzutreffen.

«Die meisten Leute wünschen sich, dass der Samichlaus am 6. Dezember punkt sechs Uhr zu ihnen kommt. Aber er kann ja nicht überall gleichzeitig sein, deshalb sollte man flexibel bleiben», sagt Andreas Häusler. Es sei eine intensive Zeit, doch der Verein gebe alles, damit der Samichlaus möglichst viele besuchen könne und die Eltern nicht selber in ein Chlausgewand schlüpfen müssten, so Häusler.

«Selbsternannte Hobby-Chläuse werden von den Kindern oft erkannt – am häufigsten an den Schuhen», erzählt er. Die Arbeit des Chlauses will also gelernt sein, und kann zuweilen auch recht anspruchsvoll sein. «Manche Kinder sind besonders neugierig und fragen den Samichlaus richtiggehend aus. Da gibt es auch Momente, in denen sogar der Samichlaus überrumpelt ist – aber zum Glück ist er meist gut aufgelegt, fantasievoll und spontan», so Häusler.

Ein Stück Schweizer Tradition

Der Samichlaus ist eine Schweizer Tradition – er bringt den Kindern üblicherweise einen Sack mit Nüssen und Mandarinen, redet mit ihnen über das vergangene Jahr und spricht auch Lob und Tadel aus. Seit der angelsächsiche Weihnachtsmann immer bekannter geworden ist, kommt es jedoch immer öfter zu Verwechslungen. «Manche Eltern glauben, dass unser Samichlaus die Weihnachtsgeschenke bringt. So viele Geschenke, wie sie uns teilweise geben möchten, passen aber gar nicht in unseren Sack. Der Samichlaus ist eben nicht der Weihnachtsmann», erzählt Häusler. Das soll auch in Zukunft so bleiben, an der Tradition will der Verein festhalten. Andreas Häusler sieht darin auch eine Form der Kulturförderung und Integration. «Wir haben auch schon Flüchtlingsheime besucht. Der Samichlaus bereitet auch Menschen aus anderen Kulturen Freude, und bringt ihnen ein Stück Schweizer Tradition näher».

Auch der Samichlaus ist versichert

Im richtigen Leben ist Andreas Häusler Application Manager in der IT-Abteilung der AXA Winterthur, wo er den Betrieb von Computer-Applikationen sicherstellt. Von Oktober bis Dezember arbeitet er etwas weniger und steckt sein Herzblut und Engagement auch in die Vereinsarbeit für den Samichlaus. «Dank flexibler Arbeitszeiten ist das zum Glück möglich», sagt Häusler. Als AXA Mitarbeiter war es ihm natürlich auch ein Anliegen, dass der Verein richtig versichert ist. «Es kann schliesslich immer mal etwas schiefgehen. Daher haben wir unser Material gegen Brand versichert und eine Vereinshaftpflichtversicherung abgeschlossen, falls bei einem Hausbesuch des Samichlaus mal etwas in die Brüche gehen sollte. Bisher ist aber alles gut gegangen», sagt Häusler.

Der Samichlaus ist bis zum 6. Dezember im Chlaus-Hüsli, danach verabschiedet er sich und zieht wieder in den Wald – bis zum nächsten Jahr.

Chlaus-Hüsli

Wer für seine Kinder keinen Samichlaus nach Hause bestellen möchte, kann mit ihnen unangemeldet das Chlaus-Hüsli besuchen. Der Besuch ist grundsätzlich kostenlos und wird durch freiwillige Spenden, Gönner und Sponsoren getragen. Kindergärten, Schulen und Gruppen sind ebenfalls herzlich willkommen. Aus organisatorischen Gründen können im Chlaus-Hüsli keine Termine reserviert werden.

Samichlaus online

Der Winterthurer Samichlaus ist online über die folgenden Kanäle erreichbar:

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