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Teilzeit arbeiten als Geschäftsleitungsmitglied

Männer, die im Topmanagement Teilzeit arbeiten, sind äusserst selten. Das AXA-Geschäftsleitungsmitglied Thomas Gerber ist einer von ihnen und ein Vorreiter.

«Für mich ist es selbstverständlich und normal, dass man sich in einer gleichberechtigen Partnerschaft die Familienarbeit teilt und gleichzeitig vollen Einsatz im Berufsleben zeigt», so die klare Ansage des vierfachen Vaters und AXA-Geschäftsleitungsmitglieds Thomas Gerber. Der Leiter des Bereichs Vorsorge arbeitet 80 Prozent und ist damit in der Schweiz eine Ausnahmeerscheinung: Gemäss einer Studie der Hochschule Luzern sind auf Geschäftsleitungsebene gerade mal 2 Prozent in einem Teilzeitpensum tätig.

Den Schritt in die Teilzeitarbeit machte Thomas Gerber vor sechs Jahren. Damals kehrte er mit seiner Familie aus Deutschland zurück in die Schweiz und wurde Geschäftsleitungsmitglied der AXA Winterthur. «Ich habe mit dem damaligen CEO ausgemacht, dass ich eine einjährige Probezeit mache und schaue, ob es funktioniert – und das hat es».

Teilzeit als wichtige Ressource

Thomas Gerber betreut jeweils einen ganzen Tag oder zwei halbe Tage pro Woche seine zwei jüngeren Kinder. «Ich bin dann zu Hause, koche meinen mittlerweile 13- und 15-jährigen Kindern Mittagessen, helfe bei den Schulaufgaben und mache im Haushalt, was ansteht.» Und wenn es die Zeit zulässt, dann geht der passionierte Hobbysportler joggen oder spielt Tennis. Für den Topmanager ist sein Familienleben und sein Erwerbsmodell eine wertvolle Ressource: «Meine Teilzeittätigkeit ermöglicht es mir, regelmässig eine gewisse Distanz zu gewinnen, abzuschalten und einen Perspektivenwechsel vorzunehmen. Dieser Freiraum hilft mir, im Kopf agil zu bleiben. Davon profitiere nicht nur ich, sondern auch das Unternehmen».
Damit dieses Modell funktioniert, gibt es jedoch ein paar Regeln, die Thomas Gerber einhält. Eine davon ist die Erreichbarkeit: «Ich bin in dringenden Fällen erreichbar; auch wenn ich zu Hause bin. Oft reicht ein kurzes Telefonat aus, damit wichtige Dinge geklärt sind.» Hilfreich dabei sind die Technologien, die ein orts- und zeitunabhängiges Arbeiten ermöglichen und natürlich, dass er die Arbeitszeit flexibel einteilen kann. Weiter hat es sich für den 54-Jährigen bewährt, dass er intensive Phasen zum Ausgleich mit Ferien kompensieren kann. Denn für ihn gilt: «Als Geschäftsleitungsmitglied übernehme ich unverändert Verantwortung».

Thomas Gerber, Leiter Vorsorge und Geschäftsleitungsmitglied der AXA.

Modelle mit Zukunft

Dass flexible Arbeitsmodelle in Zukunft sogar noch wichtiger werden, davon ist Thomas Gerber überzeugt. «Gerade für jüngere Mitarbeitende ist es fast schon eine Selbstverständlichkeit, dass sie nach der Familiengründung Betreuungsaufgaben übernehmen möchten.» Der Ökonom wertet dies als eine sehr positive Entwicklung: «Ich denke, es ist sowohl für Väter als auch Mütter gut, wenn sie sich im Familienleben stark engagieren». Für Eltern hat er zwei Tipps: Erstens soll man Teilzeit arbeiten, wenn es möglich ist. Und zweitens soll man immer ambitioniert bleiben. Letztlich profitiere auch die Firma davon: «Familienleben ist unter anderem auch ein Management-Lehrgang, bei dem ich unglaublich viel lerne». Dass es nicht immer ganz einfach ist, Familien- und Erwerbsleben in Einklang zu bringen, weiss auch Thomas Gerber: «Teilzeit zu arbeiten ist anspruchsvoll. Es gilt an vieles zu denken und man muss bereit sein, immer wieder zu verhandeln». Dennoch: Für Thomas Gerber ist die Freiheit im Kopf, die ihm die Teilzeitarbeit ermöglicht, so kostbar, dass er gerne dafür auf 20 Prozent des Lohns verzichtet.

Dass flexibles Arbeiten auch im höheren Management möglich ist, dafür steht Thomas Gerber als Person. Mit seinem Arbeitsmodell nimmt er bei der AXA eine Vorreiterrolle ein. Inwiefern Thomas Gerber damit im Privaten ein Vorbild ist, wird sich zeigen – vor wenigen Tagen ist er das erste Mal Grossvater geworden.

Flexibles Arbeiten bei der AXA

Die AXA fördert seit Jahren intensiv flexible Arbeitsmodelle im Sinne von zeitlicher und örtlicher Flexibilität. Das Unternehmen kommt damit einem wachsenden Bedürfnis entgegen: Interne Befragungen haben gezeigt, dass sowohl ältere als auch jüngere Mitarbeitende flexible Arbeitsmodelle als sehr wichtig und wertvoll erachten.
Die AXA bietet verschiedene Formen des flexiblen Arbeitens an, dazu zählen etwa Teilzeitarbeit, Jobsharing, Telearbeit (regelmässige Arbeit von zu Hause aus), Homeoffice (gelegentliche Arbeit von zu Hause aus) oder die Arbeit in Co-Working-Spaces. Insgesamt nehmen bei der AXA die Möglichkeiten des ortsungebundenen Arbeitens – beispielsweise durch das Telefonieren mit dem Laptop – stetig zu.
Derzeit arbeiten bei der AXA rund 21 Prozent der Personen im höheren Management Teilzeit.
Weitere Infos zu den flexiblen Arbeitsmodellen bei der AXA.

1 Kommentar

  • Ruth Ouakrim

    Ein äusserst sympathischer Bericht! Solche Vorbilder sind sehr wichtig für die AXA, um die Teilzeitmöglichkeit noch weiter im Unternehmen zu fördern. Vielen Dank!

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