Menschen

Familien sparen pflichtbewusst

Bleibt noch Geld für die Altersvorsorge, wenn man Kinder hat? Und was machen Mütter und Väter mit einem Lottogewinn von 5 000 Franken? Die AXA Winterthur hat bei jungen Familien nachgefragt.

Die Geburt eines Kindes stellt das Budget von jungen Paaren auf den Kopf. Die AXA Winterthur hat darum bei 500 Familien mit Kindern unter 15 Jahren nachgefragt, was ihnen am meisten Sorgen bereitet und wie sie mit finanziellen Belastungen umgehen (siehe Blog «Was Familien bewegt»). Wenn das Geld plötzlich für das Kinderzimmer, den Zahnarzt und die Ausbildung gebraucht wird, bleibt vielleicht nichts mehr übrig, um auf das Alter zu sparen. Die AXA wollte von den jungen Familien wissen, ob und in welcher Form sie für das Alter sparen.

Sparen vor allem ab 40
Auch wenn Kinder das Budget belasten, sorgen junge Familien für das Alter vor. 71 Prozent gaben dies in der Umfrage an. Gerade Personen ab 40 Jahren und mit einem höheren Haushaltseinkommen legen etwas für das Alter auf die Seite. Die Familien, die unvorhergesehene Rechnungen begleichen können, verfügen auch eher über Reserven für die Altersvorsorge. Erstaunlicherweise steigt der Anteil an «Vorsorgern» mit dem zweiten Kind. Familien mit zwei und mehr Kindern sparen nämlich deutlich häufiger für den dritten Lebensabschnitt.

3a-Konto dominiert
Fest verankert ist bei jungen Familien die Säule 3a. 78 Prozent nutzen dieses Gefäss für ihre freiwillige Altersvorsorge. Deutlich weniger entscheiden sich für die Säule 3b (17 Prozent) oder Wohneigentum (9 Prozent). In der Säule 3a dominiert das klassische Sparkonto (64 Prozent), 43 Prozent der Familien sparen mit einer Lebensversicherungs-Police.

Wer nicht in die freiwillige Altersvorsorge einzahlt, dem fehlt im Normalfall das Geld dazu. 60 Prozent der Befragten nannten dies als Grund. Immerhin 18 Prozent sparen nicht, weil es sie nicht interessiert, wobei das Desinteresse am Alterssparen bei den 18- bis 39-Jährigen deutlich grösser ist. 9 Prozent verzichten auf freiwillige Rückstellungen, weil die Partnerin oder der Partner eine 3. Säule hat.

«Lotto-Gewinn»
Was machen Sie mit 5’000 Franken, die Sie unverhofft bekommen?
1. Sparen
2. Ferien / Reisen
3. Rechnungen bezahlen
4. Möbel kaufen
5. Für die Kinder sparen

Mit «Lotto-Gewinn» wird gespart – oder verreist
Die AXA wollte von den Befragten auch wissen, was sie mit Geld machen, zu dem sie unverhofft kommen, also bspw. einem Lotto-Gewinn von 5’000 Franken. Hier zeigt sich einmal mehr, dass die meisten Familien weitsichtig und pflichtbewusst handeln. So würde der grösste Teil der Familien das Geld sparen (44 Prozent). Immerhin 40 Prozent würden das Geld für Ferien und Reisen ausgeben, Rechnungen bezahlen (13 Prozent) sowie Möbel und Einrichtung (10 Prozent) wurden ebenfalls regelmässig genannt. Familien, die nicht liquide sind und dadurch nicht fähig, unverhoffte Rechnungen zu bezahlen, nannten die Begleichung von offenen Rechnungen mit den 5’000 Franken am meisten. Nicht erwähnt wurden allerdings Konsumgüter (Kleider, Schmuck, Sportgegenstände) oder Festivitäten (Essen, Feier).

«Dies zeigt, dass die Schweizer Familien sehr verantwortungsbewusst mit dem Thema Geld umgehen. Sogar wenn man unverhofft zu Geld kommt, legt man dieses auf die Seite oder gibt es immerhin für bereits geplante, grössere Investitionen aus», fasst Regula Schenkel, Head Public Affairs der AXA Winterthur und Auftraggeberin der Studie zusammen. «Das überrascht mich positiv und freut mich, denn das eigenverantwortliche Sparen für das Alter wird immer wichtiger.»

Ist das wirklich so? Wir haben auf der Strasse bei jungen Eltern nachgefragt, wie sie 5’000 Franken ausgeben würden.

Familienbefragung
Im Februar 2017 befragte gfs-zürich, Markt- & Sozialforschung, 500 Familien mit Kindern unter 15 Jahren. Die repräsentative Umfrage wurde am Telefon durchgeführt.

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