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Noch einmal nach Australien

Bei der AXA-ARAG erstreckt sich ein Rechtsfall schon mal über Dekaden. Viel Zeit, in der sich Berater und Kunde kennen lernen. Eine Akte wurde nun nach 28 Jahren geschlossen – mit einem fulminanten Ende.

«Jetzt kann ich mit meiner Frau nochmals nach Australien gehen», hat Ulrich Schwab gesagt, als er die freudige Nachricht seines AXA-ARAG Kundenbetreuers Bruno Hühnli erhielt. Im September geht es los, die Flüge, ein Mietfahrzeug und die Visa hat der pensionierte Chauffeur für seine Frau und sich bereits organisiert. Damit steht den geplanten Ferien in Down Under nichts mehr im Wege und die restliche Zeit können die Schwabs in Ruhe die Routen planen, die sie auf dem fünften Kontinent erfahren wollen.

So makaber es klingt, aber diesen Traumurlaub verdanken sie einem schweren Verkehrsunfall den Ulrich Schwab am 04. März 1990 erlitt. Er wurde auf dem Velo von einem PKW angefahren und trug schwere Verletzungen am Ellenbogen und Knie davon. Es dauerte Monate, bis er wieder arbeiten konnte, und das zunächst auch nur eingeschränkt. Drei Jahre nach dem Unfall musste er dann beim Suva-Arzt vorstellig werden. In dessen Bericht über den vorläufigen Heilungsendzustand stand, dass «mittel- bis langfristig mit einer Zunahme derArthrose im Knie zu rechnen ist».

Notwendige Fristverlängerung

Dieser Satz liess bei Bruno Hühnli, Rechtsberater im Verkehrs- und Strafrecht bei der AXA-ARAG, die Alarmglocken schrillen. «Damit die Haftung des Unfallverursachers greift, wenn sich nach Jahren noch Spätfolgen des Unfalls bemerkbar machen, muss regelmässig ein Verjährungs-Einredeverzicht beim Haftpflichtversicherer des Unfallverursachers eingeholt werden», erklärt Hühnli. Was er natürlich gemacht hat. «Mir ist es wichtig, dass wenn jemand schon das Pech hatte, verletzt worden zu sein, er keine Angst haben muss, deshalb auch finanziell zu leiden», sagt Hühnli.

«Alle paar Jahre schickte Bruno Hühnli wieder eine E-Mail oder rief mich an und setze mich darüber in Kenntnis, dass der Verzicht bei der Haftpflichtversicherung eingeholt wurde», erinnert sich Ulrich Schwab, der damals noch nicht ahnte, was das für Folgen haben würde. Wie die meisten Menschen hat Ulrich Schwab kaum Kenntnis von den Rechten als Unfallopfer oder den Verjährungsfristen bei Haftpflichtfällen. «Aber ich hatte grösstes Vertrauen in die Winterthur», sagt Schwab, der in den 1960iger Jahren Automechaniker gelernt hat und in dieser Zeit das erste Mal mit der damaligen Winterthur Versicherung in Berührung kam.

Der Mann mit dem Geldkoffer

«Wenn die Winterthur damals einen Schaden reguliert hat, kam eigens ein Vertreter in Anzug und Krawatte mit einem Aktenkoffer zum Chef in die Garage. Im Koffer war das Geld, mit dem der Schaden in bar bezahlt wurde. Das hat uns alle stark beeindruckt», erinnert sich Ulrich Schwab schmunzelnd. «Und mir ist damals klargeworden, dass eine Rechtsschutzversicherung zum Autofahren dazu gehören muss», sagt er. Rückblickend ist Ulrich Schwab mehr als dankbar, dass er dieser Erkenntnis gefolgt war. Denn als er im Jahr 2015 die so lange wie möglich rausgezögerte Operation an seinem Unfallknie vornehmen lassen musste, zahlte sich die Rechtsschutzversicherung und die Beharrlichkeit von Bruno Hühnli erneut in barer Münze aus.

Die Operation verlief zwar erfolgreich aber es zeigte sich, dass die Arthrose zu weit fortgeschritten und eine vollständige Heilung unmöglich war. Bruno Hühnli verhandelte mit der Suva daraufhin eine Integritätsentschädigung, die dem Unfallopfer Schwab eine Zahlung von 28’500 CHF zugestand. Zudem muss die Haftpflichtversicherung des Unfallverursachers in solchen Fällen ein Schmerzensgeld zahlen. «Über die Höhe dieser Genugtuung habe ich lange mit der Versicherung verhandelt. Es war ein Seilziehen um die Frage, ob und wie weit die Arthrose auch ohne den Unfall eingetreten wäre», erklärt Hühnli. Am Ende einigte man sich auf einen stattlichen fünfstelligen Betrag – und lieferte damit die Basis für den fünfmonatigen Aufenthalt, den Ulrich Schwab und seine Frau im September in Australien antreten werden.

Fast drei Dekaden

«Diese Nachricht habe ich Herrn Schwab persönlich bei einem Besuch mitgeteilt, ich wollte ihm ausführlich darlegen, wie sich die Haftpflichtentschädigung im Einzelnen zusammensetzt und wie sie zu versteuern ist», erzählt Bruno Hühnli. Immerhin kennen die beiden sich seit nunmehr 28 Jahren. «Im Laufe der Zeit wird man miteinander vertraut und irgendwann redet man nicht mehr nur über den Fall», sagt Ulrich Schwab. Während ihrer Bekanntschaft hat Ulrich Schwab geheiratet, hat mit seiner Frau ein eigenes Haus gebaut und beide sind pensioniert worden. Und während dieser Zeit ist aus der Winterthur Versicherung die AXA geworden und aus der Rechtschutzversicherung der Winterthur die AXA-ARAG. Geblieben ist der persönliche Kontakt. «Manche Ehen halten nicht so lange, wie einige meiner Kundenbeziehungen», sagt Bruno Hühnli lachend.

1 Kommentar

  • Sabine Ulli

    "Echte Partnerschaft als höchstes Ziel" - das trifft in diesem Fall tatsächlich zu! Ein ganz tolles Beispiel, wie wir als AXA "Vom Payer zum Partner" werden. Herzliche Gratulation - toll gemacht!

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